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Der Nagelpilz
Pilze befallen den Nagel meist, nachdem bereits die Zehenzwischenräume betroffen sind. Eine Infektion geht also häufig von den eigenen Füßen aus. Dementsprechend sind die Fußnägel auch weitaus häufiger als die Fingernägel betroffen.
So erkennen Sie einen Nagelpilz
Eine Nagelinfektion beginnt meist die am vorderen oder seitlichen Nagelrand. Dort nimmt der Nagel einen gelblichen oder weißlichen Farbton an. Später erkranken immer größere Teile des Nagels, der dann undurchsichtig und häufig auch dicker wird. Ursache hierfür ist ein starkes Wachstums des Nagelunterteils, wobei sich der Nagel von seiner Unterlage abhebt. Zum Schluß wird der Nagel derart vom Pilz durchsetzt, daß er krümelig und brüchig wird. Nicht schmerzhaft aber häßlich!
Erreger dieses Problems sind wieder die bekannten Pilze (meist Trichophyton rubrum oder Trichophyton mentagrophytes). Aus der Pilzperspektive betrachtet sind die beiden ein Erfolgsteam! Waren vor 50 Jahren Nagelmykosen noch eine Rarität, sind sie heute weit verbreitet. Ungefähr 15% der Bevölkerung leiden darunter. Dabei sitzt der Pilz im Nagel wie in einem Panzer und ist dort vor allen ungünstigen Umwelteinflüssen und leider auch vor jeder Therapie geschützt.
Wenn Sie sich vor einigen Jahren wegen eines Nagelpilzes an einen Arzt gewandt haben sollten, dann erhielten Sie oft die Antwort: "Da kann man leider nichts machen, damit müssen Sie sich abfinden. Man kann den Nagel zwar chirurgisch entfernen, der Pilz kommt aber wieder!"
Tatsächlich ist es äußerst schwierig, einen Pilz aus dem festen Nagelmaterial zu entfernen. Ohne Therapie bleibt Ihnen Ihr Nagelpilz lebenslang treu! Ich muß aber eingestehen, daß auch unter Therapie diese Beziehung recht dauerhaft sein kann.
Diagnostik
In vielen Fällen kann man den pilzbefallenen Nagel am gelblich verfärbten, bröckeligen und verdickten Nagel bereits auf den ersten Blick erkennen. Falls eine Unsicherheit bestehen bleibt, kann eine mikroskopische Untersuchung oder das Anlegen einer Kultur weiterhelfen. Am besten nachweisen läßt sich der Pilz in der Übergangszone zwischen den gesunden und kranken Nagelteilen. Hierzu muß der Nagel möglichst kurz geschnitten und danach einige feine Späne abschabt werden, die dann weiter untersucht werden können.
Örtliche Maßnahmen
Über lange Jahre war die chirurgische Entfernung des Nagel sehr beliebt. Ihr Erfolg war, ganz abgesehen von der groben Methode, recht bescheiden.
Erfolgversprechender ist eine sanftere, zweistufige Methode. Hierbei wird eine harnstoffhaltige Salbe auf den Nagel aufgetragen. Über die Salbe kommt ein Pflaster, das den Nagel möglichst dicht abschließt. Durch dieses Vorgehen wird der Nagel aufgeweicht und läßt sich schichtweise mit einer Nagelfeile oder einem Schaber jeden Tag ein wenig mehr entfernen. Nach einer bis ca. drei Wochen (je nach Größe des Nagels) stellt sich der Erfolg ein, und das Nagelbett liegt frei. Dieses Vorgehen ist zwar ein wenig umständlich, verursacht aber keinerlei Schmerzen.
Nun beginnt die zweite Stufe, in der eine der oben beschriebenen pilztötenden Salbe auf Nagelbett und -wall aufgetragen wird. Dadurch können die noch vorhandenen Pilznester ausgeschaltet werden.
Auch hier ist Ausdauer gefragt: Nur bei konsequenter Anwendung über mehrere Wochen, haben Sie eine gute Chance Ihren unerwünschten Begleiter abzuschütteln.

Der Fußpilz
Häufigkeit und Ursachen des Fußpilzes
Vermutlich ist er die häufigste Infektionskrankheit neben den Erkältungskrankheiten. Je nach Untersuchung ergab sich für die durchschnittliche Bevölkerung eine Häufigkeit bis zu 65%. Sein Auftreten hängt im Wesentlichen von den oben erwähnten Risikofaktoren Feuchtigkeit und Wärme ab, wie er in Umkleideräumen oder Schwimmbädern gefunden wird. Nicht ohne Grund wird die Erkrankung daher im englischen Sprachraum als "Sportlerfuß" bezeichnet. Bei der indischen Landbevölkerung, die ohne unser Schuhwerk auskommt, ist die Erkrankung eine Rarität und liegt bei etwa 1 %.
Die Übertragung erfolgt meist nicht durch direkten Hautkontakt, sondern mittels kleiner Hautschuppen. Pilze wachsen also nicht auf feuchten Holzrosten, Badevorlegern oder Teppichboden selbst, sondern sie vermehren sich auf den dort liegenden Hautschüppchen. Praktisch läuft es jedoch auf das gleiche hinaus. Ein Infektionsrisiko besteht in allen Räumen, in denen sich viele Menschen barfuß aufhalten, auch in der eigene Familie.
Vor allem zwischen ungenügend abgetrockneten Zehen herrschen ideale Bedingungen für eine erste Ansiedlung des Pilzes. Dabei liebt der Fußpilz ganz besonders den Zwischenraum zwischen dem vierten und fünften Zeh. Diese Vorliebe erklärt sich aus der etwas schlechteren Blutversorgung an dieser Stelle, wodurch die Abwehr von Natur aus reduziert ist.
Wenn Sie von einem Fußpilz angegriffen werden, spüren Sie als erstes Symptom einen hartnäckigen Juckreiz. Dieses Jucken ist eines der typischsten Symptome von Pilzerkrankungen der Haut und Schleimhäute und wird uns auch beim Befall anderer Körperregionen begegnen. Als nächste Erscheinung beginnt die Haut zu quellen und zu schuppen, wobei sich die obersten Hautschichten ablösen. Darunter tritt rotes, gereiztes Gewebe zutage. Schließlich können tiefe Risse in der Haut sehr lästige Schmerzen bereiten. Diese Risse (medizinisch: Rhagaden) treten nicht nur zwischen den Zehen auf. Die gesamte Haut des Fußes kann davon betroffen sein.
Hat sich ein Fußpilz erst einmal angesiedelt, kann er dort jahrelang leben und wechselnd starke Beschwerden hervorrufen. Oft herrscht ein Gleichgewicht aus Abwehr der Haut und Angriff des Pilzes. Bei ungünstigen Bedingungen (Feuchtigkeit, Wärme, enges Schuhwerk, Abwehrschwäche) blüht er auf und kann sich auch auf andere Teile des Fußes ausdehnen. Im Sommer dagegen, wenn der Betreffende viel offenes Schuhwerk trägt, kann sich die Haut wieder erfolgreicher gegen den Pilz durchsetzen und gesunden.
Therapie

Ein Fußpilz gilt zu Recht als hartnäckig, was jedoch fast immer an der unzureichenden Therapie liegt. Es reicht nicht aus, eine Anti-Pilz-Creme für wenige Tage (bis der Juckreiz nachläßt) anzuwenden. Eine erfolgreiche Therapie bedeutet immer, alle Faktoren auszuschalten, die das Pilzwachstum begünstigen. Das können Sie selbst tun:
Allgemeinmaßnahmen
Halten Sie vor allem die Füße trocken! Besonders wichtig ist dies nach dem Baden, Duschen oder Schwimmbadbesuch. Dann sollten Sie die Füße gut abtrocknen. Noch besser ist es, die Räume zwischen den Zehen zu fönen. Dies ist mindestens so sinnvoll, wie das Fönen der Haare!
Strümpfe sollten wirksam desinfiziert werden, damit nicht eine erneute Infektion von ihnen ausgeht. Sie erreichen das durch ausreichend heißes Waschen (mindestens 60° C besser 90° C) oder mit einem Desinfektionsmittel. Es gibt zahlreiche Mittel, mit denen Sie Schuhe und Strümpfe einsprühen können (z.B. Fugisept, Arusept, Incidin-M-Spray Extra, Kodan Tinktur farblos, Sagrotan).
Nicht alle Strümpfe lassen sich so heiß waschen. Für empfindlichen Materialien gibt es ein Mittel, das Sie einfach beim Waschen (Handwäsche oder Waschmaschine) hinzufügen können (Fongex®.
Schuhe sollten nach jedem Tragen ausreichend lüften und austrocknen, da die Pilze sonst am nächsten Tag in Ihren Schuhen schon auf Sie warten! Auch öfteres Wechseln der Schuhe ist sinnvoll.
Die Zehenzwischenräume können Sie durch das Einlegen von kleinen Mullstreifen austrocknen. Voraussetzung ist allerdings, daß Sie diese zwei- bis dreimal pro Tag wechseln. Werden sie nämlich feucht, erreichen Sie den gegenteiligen Effekt.
Menschen mit Fußpilz neigen häufig zu schlechter Durchblutung der Beine, was sich oft nur in kalten Füßen äußert. Bei Temperatur von 28° C ist die Erneuerung der Haut deutlich geringer, während ein Pilz sich noch pudelwohl fühlt und sich hervorragend vermehrt. Sind bei Ihnen Durchblutungsstörungen der Beine vorhanden, so sollten Sie etwas dagegen unternehmen. Die häufigste Ursachen für Durchblutungsstörungen sind Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel oder eine Stoffwechselstörung wie die Zuckerkrankheit oder erhöhter Cholesterinspiegel. Dagegen läßt sich etwas tun:  Sport, Bewegung, Wandern und Sauna sind daher unter dem Aspekt der besseren Durchblutung eine hervorragende Medizin. Die Gefahr der Ansteckung steht dahinter zurück.


Ein einfacher Rat: Gehen Sie möglichst oft barfuß! So kommt Luft an die Zehen und überflüssige Feuchtigkeit entweicht.

Beispiel für einen Hautpilz zwischen den Zehen
Nagelpilz am Großzeh